Schleifen · Grundlagen
Staub beim Schleifen: Absaugung, Staubklassen, Altlack
Warum Holz-, Quarz- und Bleistaub gefährlich sind, was die Staubklassen L, M und H bedeuten und wie viel eine Absaugung bringt.
Schleifen macht Staub, und dieser Staub ist nicht harmlos. Welche Vorsicht nötig ist, hängt davon ab, was du schleifst.
Holzstaub
Staub von Harthölzern wie Eiche und Buche gilt als krebserzeugend, er kann Tumore in der Nase auslösen. Für Betriebe gilt ein Grenzwert von 2 mg/m³. Die TRGS 553 verlangt bei allen Schleifarbeiten eine wirksame Absaugung. Wer mit Band-, Exzenter- oder Schwingschleifer mehr als eine halbe Stunde pro Schicht arbeitet, braucht einen Absauger der Staubklasse M statt des eingebauten Beutels.
Quarzstaub
Putz, Beton, Estrich und manche Spachtelmassen enthalten Quarz. Der feine Quarzstaub schädigt die Lunge dauerhaft. Handgeführte Schleifgeräte gehören hier laut TRGS 559 an einen Absauger mindestens der Staubklasse M. Das Schleifmittel selbst darf kein Quarz enthalten. Korund, Siliziumcarbid und Diamant erfüllen das.
Alter Lack mit Blei
Deckende Anstriche aus der Zeit vor 1960 enthalten fast immer Bleiweiß, in Ostdeutschland auch noch bis 1990. Meist sind sie überstrichen und unsichtbar. Die BG BAU untersagt, solche Schichten von Hand ohne Absaugung anzuschleifen oder den Staub zu kehren. Erlaubt sind nur geprüfte Kombinationen aus Schleifmaschine und M-Absauger, dazu Abdecken und Atemschutz. Für Heimwerker gilt das nicht als Vorschrift, die Gefahr ist aber dieselbe.
Was die Staubklassen bedeuten
Absauger werden danach eingeteilt, wie viel Staub sie durchlassen:
| Klasse | lässt durch | geeignet für |
|---|---|---|
| L | weniger als 1 % | Staub mit geringer Gefahr |
| M | weniger als 0,1 % | Holz-, Quarz- und Lackstaub |
| H | weniger als 0,005 % | krebserzeugende Stäube und sehr niedrige Grenzwerte |
In Handwerksbetrieben sind nur noch M- und H-Geräte zulässig. M-Geräte warnen, wenn die Saugleistung nachlässt. Laut BG BAU macht eine schlecht abgesaugte Maschine mehr Staub als der Unterschied zwischen zwei Filterklassen.
Wie viel Absaugung bringt
- Abgesaugte Handschleifer senkten den einatembaren Staub im Versuch um 93 und 98 Prozent.
- Beim Trockenbau-Schliff verringerte ein abgesaugter Schleifer den lungengängigen Staub um etwa 88 Prozent gegenüber dem Handschleifklotz.
- In Tischlereien lag die mittlere Belastung bei 2,5 mg/m³, also über dem Grenzwert. Handmaschinen erhöhten sie um das 3- bis 11-Fache.
Das Schleifmittel spielt mit: Ein Blatt, dessen Lochbild nicht zum Teller passt, saugt kaum ab. Ein zugesetztes Blatt macht feineren Staub und mehr Wärme.
Stand:
Belege und Quellen
- InstitutionTRGS 553 Holzstaub, BAuA, Ausschuss für Gefahrstoffe
- InstitutionTRGS 559 Quarzhaltiger Staub, BAuA, Ausschuss für Gefahrstoffe
- InstitutionAnschleifen bleiweißhaltiger Beschichtungen auf Holz, BG BAU
- InstitutionBaustein B 251 Handbandschleifmaschinen und Vibrationsschleifer, BG BAU, 07/2021
- InstitutionRundschreiben 24: Staubminimierung beim Bauen, nur M- und H-Sauger, BG BAU, 2017
- InstitutionS 331 Industriestaubsauger, BG ETEM
- StudieWood Dust in Joineries and Furniture Manufacturing: An Exposure Determinant and Intervention Study, Douwes u. a., Annals of Work Exposures and Health 2017
- StudieThe Effectiveness of Handheld Ventilated Sanders in Reducing Inhalable Dust Concentrations, Carlton u. a., Applied Occupational and Environmental Hygiene 2003
- StudieDust Control Effectiveness of Drywall Sanding Tools, Young-Corbett und Nussbaum, Journal of Occupational and Environmental Hygiene 2009